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Hauptausschuß 2010 in Hirschaid

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Günter Geffe neuer Landesjugendleiter

Der Landesjugendausschuss, das höchste Gremium der bayerischen Fischerjugend tagte in diesem vom 13. bis 14. März in Hirschaid bei Bamberg.

 

Der Landesjugendausschuss war in diesem Jahr geprägt vom Ausscheiden des langjährigen Landesjugendleiters Franz Xaver Gebert, der von den Delegierten mit bewegenden Worten verabschiedet wurde.

Der Rückzug von Franz Xaver Gebert sowie der Rücktritt des Landesjugendsportwartes Uli Müller, der bereits im Oktober erfolgt war, erforderte Nachwahlen für die verbleibende Amtszeit der Landesjugendleitung von einem Jahr.

Der Präsident des Landesfischereiverbandes, Eberhard Roese wurde zum Wahleiter bestimmt und konnte die Wahlen in zügiger Form durchführen.

Günter Geffe.jpgZum neuen Landesjugendleiter wurde der bisherige stellvertretende Landesjugendleiter Günter Geffe gewählt. Der Wahl-Niederbayer Günter Geffe wohnt in Bad Füssing.

 

 

 

Donislreiter.jpgAuf den durch die Wahl Günter Geffes frei gewordenen Posten des stellvertretenden Landesjugendleiters wurde der bisherige Beirat in der Landesjugendleitung Hans-Peter Donislreiter gewählt.

 

Fell Christian.jpgZum neuen Landesjugendsportwart wurde der bereits seit November kommissarisch im Amt befindliche Christian Fell aus Hammelburg bestimmt.

 

 

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Schließlich war durch die Nachwahlen der Posten eines Beirats neu zu besetzen. Auf Vorschlag der Bezirksjugendleitung Schwaben wurde in dieses Amt Hubert Riesenegger aus Burgberg im Allgäu gewählt.

 

 

Insgesamt gab es somit auf vier der sieben Posten in der Landesjugendleitung Neubesetzungen.

Franz Xaver Gebert verabschiedet

Franz Xaver Gebert, langjähriger Landesjugendleiter gab sein Amt beim Landesjugendausschuss im März in Hirschaid an seinen Stellvertreter Günter Geffe aus gesundheitlichen Gründen ab.

Jugendbildung Eichendorf Juni 2007 052.jpgFranz Xaver Gebert, Jahrgang 1961, stieg in die fischereiliche Jugendarbeit zunächst als Jugendleiter des Fischereivereins Cham ein. Er fand bayernweit in dieser Tätigkeit große Aufmerksamkeit aufgrund der Naturschutzaktivitäten, die er mit seiner Jugendgruppe durchführte. Er begann dabei auch für die Fischerjugend völlig neue Projekte, wie zum Beispiel die Sicherung eines Hanges für die Nisttätigkeit des Eisvogels, Rettungsaktionen für die Bachmuschel etc.

Geberts Tätigkeit in der Fischerjugend zeichnete sich bereits hier dadurch aus, dass er sich – obwohl er zunächst beruflich fachfremd war – immer sehr tief inhaltlich in fischereiliche und naturschutzfachliche Themen einarbeitete. Er ist auch heute für die Fischerjugend immer noch eine nahezu unerschöpfliche Wissensquelle.

Schon sehr früh fiel er dem damaligen Landesjugendleiter Josef Hubauer auf, der in die Landesjugendleitung holte. Beim Landesjugendausschuss (er hieß damals noch Jugendhauptausschuss) am 14. März 1992 wurde Gebert zum Beirat in der Landesjugendleitung bestimmt, ein Amt, das gerade erst neu geschaffen worden war, da man die Landesjugendleitung von vier auf sieben Personen erweitert hatte, um der immer umfangreicheren Tätigkeiten her zu werden.

Sieben Jahre später, am 27. März 1999 wurde Gebert zum stellvertretenden Landesjugendleiter beim Landesjugendausschuss in Altötting gewählt.

Kringell 2007 007.jpgIn dieser Zeit machte sich Gebert nach einer beruflichen Umorientierung auch als Fischzüchter selbstständig. Aus dieser beruflichen Position heraus konnte er immer wieder neues Fachwissen in die Aktivitäten der Fischerjugend einbringen. Besonders beliebt waren daher auch sein Fischkochkurse.

 

Am 9. März 2002 übernahm er schließlich zielstrebig das Amt des Landesjugendleiters beim Landesjugendausschuss in Wunsiedel. In seiner achtjährigen Amtszeit als Landesjugendleiter konnte Gebert wichtige Erfolge erzielen.

So wurde das Seminarabgebot für Jugendleiter auf Landesebene erheblich ausgebaut, wobei er zunächst bei mehr als der Hälfte aller Seminare auch als Referent tätig war. Auch die Einführung der Ferienseminare für Jugendliche auf Landesebene geschah in dieser Zeit, bei denen er immer noch zwei der fünf einwöchigen Maßnahmen mit hohem persönlichem Einsatz leitet. Wesentlich waren auch der Aufbau und die Konzeption des Jugendleiterhandbuches, ein Werk, das immer noch von ihm intensiv bearbeitet wird.

Franz Xaver Gebert schonte sich trotz seiner hohen beruflichen Belastung nie bei seinem Einsatz für die Fischerjugend. Im Frühjahr 2009 erkrankte Gebert, was ihn dazu zwang, zunächst wichtige Aufgaben an andere Mitglieder der Landesjugendleitung zu delegieren und schließlich sein Amt als Landesjugendleiter in andere Hände zu geben.

Diese Entscheidung war sicherlich richtig und hat sich für ihn auch bereits persönlich ausgezahlt: sein gesundheitlicher Zustand hat sich erheblich verbessert und Gebert kann sein Ziel, der Fischerjugend auch in den nächsten Jahren mit seinem Fachwissen zur Verfügung zu stehen weiter verfolgen.

Er wird der Landesjugendleitung weiterhin als Referent bei den Seminaren zur Verfügung stehen und das Projekt des Jugendleiterhandbuches wirdu von ihm abgeschlossen werden.

Beim Landesjugendausschuss in Hirschaid durfte
Günter Geffe, sein Amtsnachfolger und langjährigerLJA Gebert.jpg Stellvertreter, Franz Xaver Gebert nunmehr aus dem Amt des Landesjugendleiters verabschieden. Er würdigte ausführlich die Verdienste von Franz Xaver Gebert und überreichte ihm als Abschiedsgeschenk einen Gutschein für ein verlängertes Wochenende gemeinsam mit seiner Frau am Riegsee.

 

Günter Geffe (rechts) und Niki Schöfmann (Mitte) verabschiedeten Franz Xaver Gebert aus seinem Amt als Landesjugendleiter beim Landesjugendausschuss in Hirschaid.

 

Bei der Mitgliederversammlung des Landesfischereiverbands Bayern am 10. April in Unterschleißheim wurde Gebert als Mitglied des Präsidiums des Landesfischereiverbandes, dem er als Landesjugendleiter automatisch angehörte verabschiedet. Der Präsident überreichte ihm einen Gutschein für ein Wellness-Wochenende gemeinsam mit seiner Gattin.

MV Gebert.jpgVor allem aber überreichte er ihm die goldene Verdienstmedaille des Landesfischereiverbands Bayern in Würdigung seiner Verdienste um die Bayerische Fischerjugend und die Fischerei insgesamt. Er würdigte ihn als kämpferischen Vertreter der Sache der Fischerjugend im Präsidium des Landesfischereiverbands, der viel für die Jugendarbeit geleistet hat.

 

 

 

 

 Präsident Eberhard Roese (rechts) verlieh die goldene Verdienstmedaille des Landesfischereiverbands an Franz Xaver Gebert bei der Mitgliederversammlung.

 

Russslanddeutsche Jugendliche und die Fischerjugend

Der Landesjugendausschuss in Hirschaid befasste sich auch mit einem Thema, das die Fischereivereine und auch die Fischerjugend in den letzten Jahren immer wieder beschäftigt: die Zuwanderer aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion zumeist als Russlanddeutsche bezeichnet. Diese am Angeln sehr stark interessierte Gruppe von Erwachsenen und Jugendlichen lässt sich teilweise nur sehr schwer in die Fischereivereine und Jugendgruppen integrieren.

Um dem Phänomen auf den Grund zu gehen, wurde ein ausgesprochener Kenner eingeladen, Peter Hilkes, der sich beim Jugendverband „djo - Deutsche Jugend in Europa“, Landesverband Bayern um diese Personengruppe kümmert.

Peter Hilkes.jpgPeter Hilkes stellte die Situation von Zuwanderern aus Russland vor und die Möglichkeiten, wie man mit Jugendlichen aus dieser Gruppe zusammenarbeiten kann und sie für eine Jugendgruppe gewinnen kann.

Besonders zu beachten sei, dass sich die Deutschen in der Sowjetunion unter der Herrschaft Stalins aber auch noch lange danach starker Unterdrückung durch den Staat ausgesetzt sahen. Dies hat zu einem sehr starken Zusammenhalt der Russlanddeutschen geführt, der auch heute noch in Deutschland anhält.

Eine große Brücke können die in Deutschland erscheinenden Zeitungen für Russlanddeutsche darstellen. Die russische Sprache ist insgesamt ein wichtiger Türöffner. Viele Fälle der Verweigerung gerade russlanddeutscher Jugendlicher haben damit zu tun, dass die hier geborenen Deutschen die russische Sprache nicht akzeptieren. Gerade männliche Jugendliche in der Pubertät lehnen das Deutsche ab, wenn man sie zum Deutsch reden nötigen will.

Peter Hilkes erklärte, dass es in jedem Netzwerk der Russlanddeutschen vor Ort Autoritäten gibt, über die man Zugang zu den Jugendlichen bekommen kann. Diese müsse man für sich gewinnen.

Die von einem Delegierten festgestellte starke Cliquenbildung bei bereits zwei oder drei ausländischen Jugendlichen im Verein führte Hilkes unter Umständen darauf zurück, dass bei der Fischerjugendlichen Mädchen fehlen. Die Angebote der Jugendarbeit müssen so attraktiv sein, dass die Jugendlichen zu einem kommen. Bei der Fischerjugend ist das Angebot des Angelns sicher für die Russlanddeutschen sehr attraktiv, aber es fehlen eben Mädchen.

Seine Erfahrung ist, dass der Zugang zu den russischsprachigen Eltern einfacher ist, als beispielsweise zu den türkischsprachigen.

Die Eltern sind für die russlanddeutschen Jugendlichen aber oft kein Orientierungspunkt, weil sie aufgrund des Umzuges nach Deutschland keine Richtung mehr vorgeben können und sich selbst neu ausrichten müssen. Dies führt zu einer gewissen Orientierungslosigkeit der Jugendlichen.

Bekannte Persönlichkeiten, die für die Jugendlichen Vorbild sind, tun enorme Wirkung, weil sie Orientierung vermitteln können.

Der anwesende Präsident des Landesfischereiverbands Bayern, Eberhard Roese sah große Probleme in unserem Schulsystem, das Spätaussiedlerkinder wegen mangelnder Sprachkenntnisse sehr schnell aussortiert und ihre Lebenschancen daher sehr stark verschlechtert. Viele Spätaussiedler sind aus seiner Sicht sehr gute Angler. Es gibt auch Beispiele, dass die Jugendlichen, die Eltern in die Angelvereine bringen.

Der Landesjugendausschuss legte fest, dass an dem Thema weitergearbeitet werden soll. Zunächst soll der Gegenstand beim Fachforum im Januar wieder aufgegriffen werden.

Bericht: Richard Kreuzer                               Mehr Bilder
 
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